100. Männervesper "Die Zukunft der Kirchen"

Projektmännerchor

Sechs Wochen vor den umfassenden Einschränkungen durch die Corona- Pandemie konnte in gebührendem Rahmen das
100. Roßwälder Männervesper mit über 130 Teilnehmenden begangen werden.

Gleich zu Beginn stimmte ein Projektchor, am Klavier von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß begleitet, mit dem Lied „Wann ist man ein Mann“ von Herbert Grönemeyer die Gäste des Abends ein – eine Reminiszenz an das erste Männervesper im Februar 1997, das damals ebenfalls mit diesem Lied eröffnet wurde.

v.l. SWR-Redakteur Uwe Mönninghoff, Prälatin Gabriele Wulz, Moderator Thomas Meyer-Weithofer, Weihbischof Matthäus Karrer

Im Mittelpunkt des 100. Männervespers stand eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Die Zukunft der Kirchen - Hoffnungsträger - Stütze der Gesellschaft oder Auslaufmodell?“ Prälatin Gabriele Wulz, Weihbischof Matthäus Karrer und SWR - Redakteur i.R. Uwe Mönninghoff diskutierten unter Moderation des Geschäftsführers der Evang. Erwachsenenbildung Thomas Meyer – Weithofer über dieses Thema.

Natürlich machen der demographische Wandel, ein spürbarer Traditionsabbruch in einer digitalen, konsum-orientierten Gesellschaft den Kirchen zu schaffen. Dennoch könnten wir um die Zukunft der Kirche entspannt sein, meinte Prälatin Wulz. Viel mehr zu schaffen machen ihr eine große Verzagtheit und Hoffnungslosigkeit in der Gesellschaft. Eine sehr nachdenklich machende Beobachtung, geäußert mehrere Wochen noch bevor die Corona – Pandemie unser Land stilllegte.

Für die Podiumsteilnehmer war klar, dass im Laufe der Generationen die gewohnten Bilder von Kirche sich ändern müssten. Unsere zum Teil noch im 18. Jahrhundert geprägten Vorstellungen wie Kirche sein müsse, werden verschwinden, dafür werden aber neue entstehen. „Wer will, dass die Kirche bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt“. Es gibt allso immer wieder Grund darüber nachzudenken, welche Gestalt die Kirche haben soll.

Entsprechend fordert Weihbischof Karrer auch, „dass Christen an einem Paradigmenwechsel arbeiten müssten, um immer wieder neu Jesus zu entdecken.“ Und SWR-Redakteuer Möninnghoff ist überzeugt, dass Kirche immer wieder eine Umformung erfährt, in welcher Richtung auch immer, und dennoch bleibt der wesentliche Kern der Kirche erhalten. Und Prälatin Wulz ergänzte: „Weil es Gott gibt, gibt es Kirche, in welcher Gestalt auch immer“.

Die Podiumsteilnehmer stellten aber auch heraus, dass das Handeln der Diakonie und Caritas von der Gesellschaft immer wahrgenommen und geschätzt würden, auch damals auf dem Weg zur Wiedervereinigung unseres Landes. „Der Mauerfall wäre ohne den Einsatz der Kirchen nicht so verlaufen“, hob SWR Redakteur Mönninghoff hervor und Weihbischof Karrer ist überzeugt, dass der Staat bei der Ankunft der vielen Flüchtlinge im Jahr 2015 die funktionierenden Strukturen der Kirche gerne als Stütze angenommen habe. In Krisenzeiten wie Katastrophen oder Terroranschlägen aber auch individuellen Schwierigkeiten bestünde ein großes Bedürfnis nach Trost und Halt, dem sich die Kirchen nicht verschließen können.

Einhelliger Tenor der Podiumsteilnehmerin und -teilnehmer war: “Die Kirche ist kein Auslaufmodell.“

Das Team von events GmbH

Allen Mitwirkenden sei nochmals herzlich gedankt, besonders auch Markus Zimmer, der mit seiner Firma events creative GmbH, Hochdorf diese Veranstaltung in ein ganz besonderes Licht rückte und für den guten Ton sorgte!

Alfred Kohnke

Impressionen vom Abend