Das Trio Klezmerim verzaubert beim Benefizkonzert in Roßwälden

Klezmer trifft Märchen

„Wenn die Klarinette, das Klavier und der Kontrabass aufeinander treffen, dann entsteht etwas ganz Besonderes.“ Mit diesen Worten kündigte Pfarrer Alfred Kohnke am vergangenen Samstagabend das Trio Klezmerim an. Und in der Tat: Jasmin Egl an der Klarinette, Astrid Stutzke am Kontrabass und Edelgard Dratwa am Klavier bewiesen, dass ihre drei Instrumente wunderbar miteinander harmonieren. Unter dem Motto „Klezmer trifft Märchen“ gaben die drei Musikerinnen ein Benefizkonzert in und zugunsten der Benediktskirche in Roßwälden. Erzählt wurde das unterhaltsame Märchen „Methusalem – ein jüdisches Pferd“ von dem jiddischen Schriftsteller Scholem Alechjem. Mit Darbietungen ausdrucksstarker Klezmer-Kompositionen untermalte die Musik das tragisch-komische Leben und Leiden des Pferdes. Im Zirkus musste es sich permanent im Kreis drehen, auf dem Pferdemarkt wurde es verächtlich angestarrt und auf einem Hof ließ es die Streiche der Kinder über sich ergehen. Mal schwungvoll und fröhlich, im nächsten Moment wieder leise und tragisch nahmen die Musikerinnen das Publikum mit auf eine Reise durch das Leben des Methusalem. Die Melodien füllten den Raum und in der Kirche machte sich schon nach den ersten Takten eine gemütliche Wohlfühlstimmung breit.
Jasmin Egl stammt aus Ebersbach/Fils und konnte in diesem Jahr ihr Studium „Instrumentalpädagogik“ mit dem Hauptfach Klarinette erfolgreich abschließen. Die Kontrabassistin Astrid Stutzke stammt aus Goslar am Harz und ist unter anderem seit 1988 im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR angestellt. Die in Marl geborene Pianisin Edelgard Dratwa beteiligte sich unter anderem als Solistin am Luzerner Theater mit der „Jungen Philharmonie Zentralschweiz“ und arbeitet als freischaffende Künstlerin.
Zusammen verkörpern die drei Berufsmusikerinnen nun seit drei Jahren als „Trio Klezmerim“ die schwungvolle jüdische Volksmusik Klezmer und verleihen ihm mit ihren Instrumenten eine ganz persönliche und berührende Note, die beim Publikum in Roßwälden sehr gut ankam und mit viel Applaus belohnt wurde. Für die Benediktskirche war dieses Benefizkonzert aber auch noch aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes: zum ersten Mal überhaupt war ein Kontrabass in der Benediktskirche gespielt worden. Bleibt also zu hoffen, dass es nicht bei diesem einen Mal bleibt und dass das Trio Klezmerim in Zukunft öfter mal vorbeischaut, um die Zuschauer mit ihren angenehm schönen Klängen zu verzaubern.