Nachmittagsplausch mit Senioren

Den Geist Afrikas erlebte Karl-Heinz Weiler bei seinem dreimonatigen Aufenthalt in Ghana auf besondere Art und Weise. Er beschreibt seinen Aufenthalt als „Tauchgang in Leben und Kultur eines westafrikanischen Volkes“ und lässt ein randvolles Roßwälder Gemeindehaus an seinen vielseitigen Erlebnissen teilhaben.

 

Man würde es nicht glauben, dass Karl-Heinz Weiler die 70 überschritten hat, wenn man ihn so salopp vor sich sieht. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag entschloss er sich, ein Projekt in der Hauptstadt Accra „aktiv“ zu begleiten und buchte eine Reise als Volontär. Für 1000 € im Monat gab es Essen und freie Unterkunft, ein Teil des Betrages floss in das Projekt „Schule“, an deren Bau er mithalf. Ein  Sprachkurs in einem afrikanischen Mädchengymnasium erleichterte ihm die Verständigung mit den anderen Teilnehmern, die aus allen Erdteilen wie Kanada, Nordkorea, Australien etc. angereist waren.

 

freundlicher geht es nicht!

Es war eine Freude zuzuhören, wie der Tagesablauf der bunt gemischten Gruppe aussah. Immer wieder konnte man Schmunzeln in den Reihen der Zuhörer erkennen, als „Carlo“ von seinen Erlebnissen beim Mauern und Mörteln erzählte. Besonders faszinierte ihn die Gastfreundschaft, die ihm überall entgegengebracht wurde. Weiter erzählt er beeindruckt, dass in diesem Land 13 verschiedene Kirchen und Religionen vertreten sind, die friedlich nebeneinander bestehen. Überall wurde er freudig mit „Obruni“ (Fremder) begrüßt und alle Afrikaner jeglicher Altersgruppe ließen ihn an ihrem Leben teilhaben.

 

Fast auf Tuchfühlung

Im Anschluss an das Projekt reiste er noch vier Wochen quer durch das Land mit verschiedensten Verkehrsmitteln. Er marschierte teilweise alleine 30 Kilometer durch einen Urwald. Er begegnete einer Vielfalt an Tieren, badete in einem See, auf den ein 90 Meter hoher Wasserfall fiel und beschreibt dies schlicht als „prickelnd“.

 

Die ruhige, sachliche und immer wieder humorvolle Art vorzutragen, Gegenstände aus Afrika wie Kalebassen und Kakaobohnen durch die Reihen gehen zu lassen, gepaart mit wunderschönen Aufnahmen brachten den Zuhörern den Geist von Afrika nahe.
Der im Anschluss an seine Ausführungen überbrachte Dank in Form eines guten Tropfens und eines Gutscheins für das hiesige Bäckerhaus halfen auf schöne Art wieder zurück in die Realität, sprich in das „liebenswert-lebensfroh-ländliche Roßwälden“ zu finden.
Dagmar Götz