Da capo - der junge Chor Hochdorf bei einem früheren Auftritt

Viele waren zur „Kirche um 7“ am 10. März 2013 gekommen. Das Männervesperteam hatte den Gottesdienst der Reihe „Kirche um 7“ unter dem Thema „Das siebte Gebot – Du sollst nicht stehlen“ vorbereitet und der Hochdorfer Chor Da capo unter Leitung von Ellen Strauß-Wallisch sang Gospels vom Feinsten. Texte wie „Hallelujah, salvation und glory“ und „Come let us sing“ wurden wörtlich genommen und mit Klatschen und Mitsingen begleitet. Die Gedanken des Vorbereitungsteams zum 7.Gebot waren ebenso pfiffig wie tiefgründig, regten zum Nachdenken und manchmal auch zu herzhaftem Lachen an,
so z. B. als Pfarrer Kohnke zu Beginn eine wahre Begebenheit aus seiner Vikarszeit erzählte. Ein älteres Gemeindeglied hatte zu dem jungen Vikar gesagt: „So, Pfarrer wollen Sie also werden! Naja, ein Pfarrer ist so wichtig wie zehn Polizisten!“ und auf dem Keyboard anschließend einige Takte „Üb immer Treu und Redlichkeit“ intoniert wurden. Anschließend war unschwer  die Melodie der Prinzen mit „Alles nur geklaut“ zu erkennen.

Das Aufzählen von Definitionen für das Wort „stehlen“ war genauso beeindruckend wie die verschiedenen Beispiele, die im Anschluss daran von den verschiedenen „Männervesplern“ genannt wurden. So fragte man sich u. a., ob ein aus dem Internet weiter verwendeter Text ohne dessen Quelle zu nennen auch eine Art Diebstahl ist, und was es mit dem Schwarzfahren auf sich hat. Vom Mundraub war genauso die Rede wie von Gewinneinnahmen bei steigenden Aktienkursen – wenngleich nahezu jedem bewusst ist, wie viel Elend in Dritteweltländern damit oft verbunden ist. Das maßlose Ausufern von Spitzengehältern mit utopischen Summen wurde angeschnitten und im Gegenzug mit der Angestellten verglichen, die wegen eines „Mundraubs“, ihre Arbeitsstelle verliert. Ebenso wurde der Diebstahl des guten Ruf’s, der Zeit und die Sozialversicherung, die vereinzelt unnötig belastet wird, thematisiert.

Eine besondere Freude war es, der flotten Dirigentin Ellen Strauß-Wallisch zuzusehen, die keine Minute still stand, immer mal wieder selbst zum Mikro griff, und mit ihren souligen Soloeinsätzen dem Abend noch mehr Faszination verlieh.
Man war sich beim Verlassen der Kirche durchweg einig: Es hatte sich mehr als gelohnt, die warme Stube und das kuschelige Sofa für den „Tatort Kirche“ zu wechseln.
Dagmar Götz