Frauenfrühstück Weiler 2012

 

Die Frage „Eitel Sonnenschein- Sieben Tage Regen. Ist das Glas halb voll oder halb leer- kann ich mir das selbst aussuchen?“ lockte ca. 80 Interessierte zum Frauenfrühstück der evangelischen Kirchengemeinde Roßwälden- Weiler in den herbstlich geschmückten Weiler Bürgersaal. Wie gehe ich mit der Tatsache um, dass das von mir ausgewählte Restaurant ausgerechnet an dem Abend, an dem ich es besuchen möchte, geschlossen ist? Ziehe ich mich vergrämt zurück oder nutze ich erfreut die Panne, um ein anderes Restaurant auszuprobieren?  Anhand solcher lebensnaher Beispiele beschäftigte sich  die Diplompsychologin Waltraud Felder zunächst mit Grundvoraussetzungen, die dazu beitragen können, kritische Lebenssituationen so zu bewältigen, dass trotz nicht zu verleugnender Tiefpunkte ein insgesamt positives Lebensgefühl entsteht. Die Akzeptanz der Tatsache, dass sich gute Zeiten und schlechte Zeiten im Leben rhythmisch abwechseln, sowie Heiterkeit und innere Autonomie trügen dazu bei, das Leben in all seinen Widersprüchen genießen zu können- so die Referentin. Wichtig sei das Vertrauen in die eigenen „selbst gestaltenden Kräfte“ und  die Gewissheit, „der Kapitän seines eigenen Lebens“ zu sein.

Sich auf die Resilienzforscherin Alicia Salzer beziehend bot die Referentin darüber hinaus ihren Zuhörerinnen für ihren ganz persönlichen Umgang mit „kritischen Lebensereignissen“ verschiedene Bewältigungsstrategien als Identifikationsmuster an. Ob  in der aktionistische Biene, in der sich verkriechende Maus, im  kraftstrotzenden, polternden Bullen, im coolen, kooperativen Wolf oder in der weitblickenden, über den Dingen schwebenden Giraffe- amüsiert konnten sich die Zuhörerinnen in einem oder mehreren dieser Bewältigungstypen wiedererkennen.

Doch wie kann man aus diesen eingefahrenen Verhaltensweisen herausfinden? Wie kommt die Maus aus dem Loch oder die Biene zur Ruhe? Hierfür hielt Waltraut Felder drei Lösungsvorschlägt des Neurologen und Psychiaters Viktor Frankl bereit: Helfen könne, sich kreativ zu betätigen, selbstschädigende Gedanken durch entgegengesetztes Denken außer Kraft zu setzen oder Erlebniswerte zu schaffen. „Sie sollten sich mal was ganz Verrücktes vornehmen!“- empfahl die Referentin als Methode, ein Tief zu überwinden. „Zum Beispiel einmal mit dem Motorrad nach Korsika zu fahren“, ergänzte eine Zuhörerin!

An der anschließenden Diskussion beteiligte sich das Publikum intensiv nachfragend  und mit Beispielen aus dem eigenen Lebensumfeld. Letztlich hatten alle am Ende der Veranstaltung eine fundierte Antwort auf die im Untertitel der Veranstaltung gestellte Frage erhalten, wie man bei der Bewältigung von Problemen eine gute Balance zwischen „schwarzsehen“ und „immer nur lächeln“ finden könne. Eine gelungene Auswahl von Liedern und deren musikalische Begleitung am Flügel durch Ludmilla Dolgopolova rundeten den Vormittag ab.

Jutta Killmann

Impressionen