Pfarrerskabarett

Von Kopf bis Fuß auf Pfarrerkabarett eingestellt
Das waren die 5 Pfaffen (Dietmar Scheytt-Stövhase, Mechthild Fritz, Walter Scheck, Carola Kittel, Klaus Steiner-Hilsenbeck und Mathis Hilsenbeck am Key-Board), die mit ihrem witzigen und auch tiefsinnigen Programm den Zuhörern der vollbesetzten Benediktskirche Einblicke in den Berufsalltag der Pfarrer gewährten. Auch aktuelle Themen, wie den Kommentar zum Endspiel der Fußball WM Deutschland – Argentinien in Brasilien ließ Kabarettist Dietmar Scheytt-Stövhase aus christlicher Sicht Revue passieren.
Er fragte sich, wie Gott es zulassen konnte, dass der Fußballkommentator Gerhard Delling im Maracana Stadion in Rio, unterhalb der übergroßen Christusstatue, den Satz „Götze ist unser Messias“, aussprach. Götzenanbetung ist im Christentum verpönt. Herr Delling hat da wohl im Religionsunterricht nicht aufgepasst, er könnte beim Pfaffenkabarett sicherlich noch etwas dazulernen.
Angepasster wäre sicherlich die Aussage gewesen „Fürchtet Euch nicht, Götze hat uns mit seinem Tor erlöst“.
Dann wäre Delling der Engel gewesen, der den deutschen Fernsehzuschauern eine frohe Botschaft überbracht hätte. Denn wir haben beim Kabarett von Pfarrerin Carola Kittel gelernt, dass ‚der Engel’  im lateinischen, griechischen und deutschen immer männlich ist und Männer stets kurze, verständliche Botschaften übermitteln.

Die Beziehungen zwischen Männern und Frauen waren noch in weiteren Programmpunkten des Abends vertreten und wurden unterhaltsam und humorvoll dargestellt, z.B. wie die Pfarrerin versuchte die männlichen Dorfbewohner für den Kirchenchor zu werben und sogar den Landesbischof um Hilfe bat. Doch den Oberkirchenrat interessiert für statistische Zwecke lediglich die genaue Anzahl der männlichen und weiblichen Kirchenchormitglieder.

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Kirche eingestellt, mit wundervoller Stimme sang Pfarrer i.R. Klaus Steiner-Hilsenbeck diesen Schlager aus dem Film „Der blaue Engel“. Nur mit Kopf und Fuß schafft man es, die geistigen und körperlichen Anforderungen dieses Amtes zu meistern. Man wäre schon „ein Superpfarrer“, wenn die Anzahl der Gottesdienstbesucher 10% der Gemeindegliederzahl entspräche. Dann könnte man würdevoll zum Altar schreiten, so wie man es in der professionellen Schreittherapie vom Coach des Oberkirchenrats gelernt hat. Nach den Richtlinien des Oberkirchenrats müsste alles professioneller werden.

Ein Höhepunkt des Kabarettprogramms war die Vorführung eines automatischen, professionellen Anrufbeantworters im Pfarramt. Bei Anruf müssen Sie mit Tastenwahl die Amtshandlung festlegen, zu der Sie eine Frage haben; z.B. wählen Sie die 4 für Trauung.

Um es gleich vorweg zu sagen: Im Pfarramt in Roßwälden haben wir keinen solchen automatischen Anrufbeantworter. Ihr Anruf wird persönlich entgegengenommen. Unser Telefon ist nicht mit dem Gemeindegliederverzeichnis verknüpft, in dem Sie sich erst identifizieren müssen, damit Ihre Frage beantwortet werden kann. Trauanfragen von konfessionsverschiedenen Paaren sind bei uns selbstverständlich. Ein evangelischer Bräutigam kann eine katholische Braut heiraten. Ihm wird nicht stattdessen eine altersmäßig passende evangelische Braut aus dem Gemeindegliederverzeichnis vorgeschlagen.

Die Trauung findet auch bei konfessionsverschiedenen Paaren auf Wunsch in der evangelischen Benediktskirche statt, die nach der Renovierung im neuen Glanz erstrahlen soll. Für die Renovierung der Kirche ist mit dem Reinerlös aus dieser Kabaretts-Veranstaltung ein weiterer wichtiger finanzieller Baustein zusammengekommen.

Allen, die dazu beigetragen haben, diesen Abend zu gestalten, sei herzlich gedankt.

Susanne Knabe